Am Samstag fand mit knapp 400 Teilnehmer_innen unter dem Motto „Ihre Krise… nicht auf unserem Rücken“ die Kundgebung unseres Stuttgarter Krisenbündnis statt. Viele Teilnehmer_innen brachten mit selbstgebastelten Bannern und Plakaten ihre Forderungen und Ideen für eine solidarische Perspektive in der Krise zum Ausdruck.

Redebeiträge gab es von Yvonne Wolz, Geschäftsführerin von Wildwasser, Alexander Münchow, Landesbezirkssekretär der NGG und Joe Bauer, Kolumnist und Kulturschaffender. So wurden insbesondere Schlaglichter auf Aspekte der besonderen Situation von Frauen als Haupttragende von unbezahlter care-Arbeit in der Krise geworfen sowie den drohenden roll-back was erkämpfte feministsche Errungenschaften angeht. Alexander Münchow sprach über die Situation in der Schlachthofindustrie und die
Angriffe auf die Rechte der Beschäftigten in der Krise. Joe Bauer verdeutlichte die “Systemrelevanz” von Kunst und Kultur und wie dieser Bereich – prekäre Arbeit dort war schon vor Corona normal – in der aktuellen Krisenpolitik unter die Räder kommt.

Für uns als Bündnis ist klar: wir wollen nicht in den Januar zurück, als alles scheinbar noch so normal war. Denn die Normalität ist die Krise des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Wir wollen jetzt die Chance nutzen, linke Antworten auf die Krise (wieder) zu finden – oder uns zumindest auf den Weg machen, diese zu suchen.

Wir machen also weiter und möchten den Stuttgarter Krisenprotest stärker machen – dabei ist uns einerseits die Vielstimmigkeit des Bündnisses wichtig, andererseits ein fokussierter Blick auf die Verhältnisse sozialer Ungleichheit in dieser Krise des Kapitalismus. Gemeinsam wollen wir uns gegen die Angriffe auf uns und unsere Rechte wehren und klar machen, wie wir uns eine solidarische Zukunft vorstellen. Ein erster Schritt: die Reichen sollen die Krise bezahlen!

Wir freuen uns über alle, die sich ins Bündnis einbringen wollen und unseren Bündniskonsens teilen. Bei nächsten Treffen und Aktionen wollen wir viele weitere Themen in den Vordergrund rücken (die jetzt auf der ersten Kundgebung noch nicht zur Sprache kamen) und dafür braucht es möglichst viele Impulse und Ideen. Also meldet euch bei uns, wenn ihr Lust habt, die Bündnisarbeit mit voranzutreiben – auf einen solidarisch kämpferischen Sommer!

#nichtaufunseremrücken

Solidaritätsfoto nach Aktion der Identitären Bewegung gegen das Willi-Bleicher-Haus:

 

Roland Hägele

Nur wenige Stunden vor unserer Bündnis-Kundgebung am 30. Mai kletterten Mitglieder der Identitären Bewegung auf das Vordach des Willi-Bleicher-Hauses und hissten dort ein großes Banner. Mit dem Banner bezog sich die IB auf einige Mitglieder der Pseudo Gewerkschaft “Zentrum Automobil”, die neulich im Zuge einer Auseinandersetzung am Rande der Querdenken 711 Demos verletzt wurden. Die Aktion der IB offenbart die tiefen Verstrickungen von “Zentrum” in die faschistische Bewegung. Zuvor hatte Zentrum aktive Gewerkschafter_innen, die sich gegen Rechts engagieren mit Namen und Funktion online an den Pranger gestellt. Das Ziel dieser Aktionen ist offensichtlich: Die Faschisten wollen einen Keil in die Gewerkschaften schlagen und zwei Dinge trennen, die schon immer zusammen gehört haben: Gewerkschaftliches Engagement und gelebter Antifaschismus. Wir dürfen und werden Faschisten – weder in Stuttgart noch anderswo – niemals gewähren lassen. Am Ende der Kundgebung wurde deshalb spontan das obige Solidaritätsfoto aufgenommen.

 

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